Als Psychologin, Textilfrau, Handspinnerin und Färberin mit Pflanzenfarben seit Jugendzeiten interessieren mich besonders die Verbindungen von Psychologie und Textil. Dies habe ich in einem Artikel "Spinnen tut der Seele gut" in der Handspinngildenzeitung 2009 auch mal beschrieben. Ich freue mich über den Austausch über Spinnen und die heilsame Kraft des Spinnens mit euch.

Montag, 24. April 2017

Spinnen unter Palmen und Stricken unterm Drachenbaum

Bin zurück von meiner südlichen warmen Auszeit und versuche mich gerade an die nördliche Kälte zu gewöhnen. Neben Wanderungen auf Traumpfaden, zu Höhlen, Labyrinthen der Ureinwohner den Guanchen, Schluchten mit Lorbeerbäumen,  und anderen wunderbaren Naturerlebnissen, gab es auch textile Erlebnisse, wie Stricken unter dem Drachenbaum und Spinnen unter Palmen. Strickzeug habe ich ja meistens unterwegs dabei, aber mit Rucksack das Spinnrad eben nicht. Also das mit dem Spinnen, das kam so. In unserem Feriendomizil erkundigte sich der Hausherr, ob es denn noch Wünsche gäbe. Aus Spass erwiderte ich, es wäre alles wunderbar, das Einzige was fehlen würde, wäre...

 

...mein Spinnrad. Dann könnte ich hier unter Palmen spinnen und am Abend den Sonnenuntergang über dem Meer von meiner Terasse aus, spinnend bewundern. Ein Spinnrad ? wunderte sich der Vermieter. Kein Problem meinte er dann. Er ging los und nach 10 Minuten kam er mit einem, von ihm wunderbar handgefertigten Spinnrad zurück. Diesmal wunderte ich mich. Er hätte in seiner Schweizer Heimat unter anderem 100 Milchschafe gehalten und auch ca. 1000 Spinnräder gebaut. Ich staunte nicht schlecht, ein richtiges Präzisionsgerät, das er mir brachte. Handgefertigt aus 3 verschiedenen Hölzern mit Kugellager. Es fehlte der Riemen, den ich durch eine Schnur ersetzte, es fehlte der Spinnhaken, den mir der Hausherr in seiner Werkstatt schnell zurecht bog und nun fehlte mir nur noch die Wolle. 


Tja und da half das textile Netzwerk, Textilkunstfrauen vor Ort, die ich schon viele Jahre nur über meinen Blog kannte. Anu mit Merinowolle und Bine mit Rohwolle von ihren Schwarzkopfschafen. Ich danke euch ganz herzlich dafür und auch für eure Gastfreundschaft und die Einblicke in das Leben dort. So wurde es dank euch möglich, dass ich unter Palmen Wolle spinnen konnte und abends spinnend mit dem Blick aufs Meer, den Sonnenuntergang geniessen konnte. 

Merinowolle mit Feuertrompeten
Wolle vom Schwarzkopfschaf
 
Danke auch Anu für das wunderbare Cochenille. 

Cochenille
 Beim Wandern habe ich dann zumeist mein Strickzeug dabei und so ergab es sich, dass ich unter den berühmten kanarischen Drachenbäumen...

Wurzeln des Drachenbaums

 ... und an anderen herrlichen Plätzen, mein mit Orleansaat gefärbtes Garn verstrickte. So war das also mit der Auszeit und dem überraschenden Spinnen unter Palmen. :-). Nun

Donnerstag, 2. März 2017

Kurs : Spinnen tut der Seele gut

Spinnen an sich tut ja schon der Seele gut und lässt Lebensfreude aufkommen. In meinem Selbsthilfe- Workshop am Montag den 2.10. 2107 den ich beim Treffen der Handspinngilde gebe, möchte ich euch darüber hinaus Methoden und Übungen zeigen, wie ihr euch mit Hilfe eures Spinnrades selbst coachen und gelassener und konzentrierter Ziele erreichen könnt. Es geht um Spinnrituale mit Themen wie, einfacher Entscheidungen treffen, ungeliebte Gewohnheiten ablegen, Nein sagen und Achtsamkeit für eigene Bedürfnisse entwickeln.



Alle die schon einen Faden am Spinnrad spinnen können und Lust am Experimentieren haben; Alle die evtl. das Spinnrad im Sozialen einsetzen möchten.

Samstag, 17. Dezember 2016

Am Spinnrad mit Kamelwolle...

...vergesse ich manchmal die Zeit. Ich konzentriere mich einfach nur auf den Faden, spüre die Wolle durch meine Finger laufen, spüre wie meine Füße das Rad treten und ich auf dem Stuhl sitze.



Der Tag kommt- nein die Nacht geht- nein der Tag kommt-nein die Nacht, geht so stritten sich 2 Kerle in einem Kinderbuch, dass meine Kinder oft vorgelesen haben wollten. Eines der besten Bücher für Kinder zum Thema streiten finde ich. An besondere Momente wie diese, denke ich, wenn ich morgens am Spinnrad sitze und den Tag beginne. Meine Tasse Brennnessel Tee, meist aus  selbst gesammelten Kräutern aus Garten und Wald und Flur dampft vor sich hin, das Haus und draußen ist noch still, jetzt ist es noch dunkel draussen und meine tägliche morgendliche Barfußrunde mit nindestens 100 Schritten liegt gerade hinter mir. Heute ist es hier Minus 1 Grad und der Boden gefroren. Es tut gut den Tag so meditativ und fließend beginnen zu lassen. Es gehört zu einem meiner Spinnrituale. Je nachdem sitze ich dann an meinem alten Spinnrad einem holländischen Louet S 10 aus meiner Jugendzeit und verspinne Rohwolle von einem Schaf für ein Deckenprojekt oder an meinem Kromski Sonata Spinnrad und verspinne dünnere Wolle vom Kamel oder anderen Tieren. Schon die Auswahl an welches Spinnrad ich mich morgens setze, verrät mir etwas über mich selbst.  Heute saß ich am Kromski Spinnrad und habe weiter meine Kamelwolle versponnen. Ich bin auf einer längeren Garntour unterwegs. Ich möchte nämlich mal herausfinden, was man so alles mit 1 Kilo Kamelwolle verspinnen kann. Herrliche Wolle die ich mir immer vom Kamelhof- Fleckschnupphof hole. Kürzlich wieder 1 frisches Kilo.

 

Ich liebe es Kamelwolle zu verarbeiten. Hier , hier , hier und hier habe ich auch schon über den nachwachsenen Rohstoff Kamelwolle berichtet. Ich stelle mir vor, was ich aus dieser Wolle stricken werde. So spinne ich eine Weile ganz still vor mich hin. Draussen wird es langsam heller und ich fühle mich erfrischt den Tag starten. Kennt ihr auch solche Rituale mit eurem Spinnrad oder Strickzeug oder anderen textilen Künsten? Ich wünsche euch auch einen schönen Tag!

Freitag, 16. Dezember 2016

Mit Stricken gesund und glücklich werden

Der Weg zu mehr Glück, Wellness und Gesundheit heisst das Buch von Betsan Corkhill, das im Oktober 2016 im Frech Verlag TOPP erschienen ist. Darin beschreibt sie den heilenden und entspannenden Effekt des Strickens. Sie spricht von therapeutischem Stricken. Sie schreibt, dass sowohl das Stricken alleine und vor allem auch in der Gruppe nicht nur Gesundheit und Wohlbefinden fördert, sondern dass es auch Patienten mit den verschiedensten Krankheitsbildern bei der Genesung unterstützt.  


Die Autorin Betsan Corkhill, von Hause aus ursprünglich Phsiotherapeutin, entdeckte das Stricken als Therapie, und präsentiert die Ergebnisse ihrer Studie mit über 3500 Patienten. Auf der Seite Als Extra findet sich eine Strickschule für Anfänger und ausgewählte Strickmodelle am Ende des Buches. Vorwort und Einleitung des Buches findet ihr hier. Die Autorin hat das Buch als Selbsthilfebuch geschrieben, so dass jeder auch Eintragungen am Rande machen kann und sie regt auch Menschen die noch nicht stricken dazu an, das Stricken für sich als therapeutische Methode zu entdecken. Das Buch ist sehr schön aufgemacht, es finden sich viele Zitat und Erlebnisberichte, sowie konkrete Anleitungen, wie man das Stricken noch mehr für sich nutzen kann, um einen heilsamen Effekt zu erleben. Mehr dazu findet ihr auf ihrer Seite stichlinks. Auch in meiner Arbeit als Psychologin erzählen mir immer wieder Frauen, wie hilfreich, entspannend und stresslindernd sie Stricken und auch andere textile Techniken für sich erleben. So ist heilsames Stricken und Spinnen das der Seele gut tut, doch eine gutes Wellnesspaket. Der Trend das alles wieder zu entdecken, steigt ja seit Jahren und wir hoffen alle, dass das noch so weiter geht und noch viel mehr Menschen für sich wieder- entdecken können. Oder?